21.06.2010
Banker-Lobby beherrscht Brüssel

"EU-Finanzpolitiker aller großen Fraktionen warnen in einem Aufruf: In der Bankenkrise fehle es der Zivilgesellschaft an einer Lobby. Das sei letztlich eine Gefahr für die Demokratie."

13.05.2010
Würzburger Professor Karl-Heinz Brodbeck übt scharfe Kritik an Banken und Politik

"Die garantierte Geldsumme, von dem jetzt die Rede ist, bekommen letztlich die Banken. Und das heißt nichts anderes, als dass die Banken das Recht durchgesetzt haben, für jedes Risiko, das sie eingehen, zu 100 Prozent eine staatliche Garantie zu erhalten."

13.04.2010
"Zahnloser Tiger": Über das Verhältnis von Politik und Ökonomie

"Sie reden sich heraus, rechtfertigen sich, streiten jede persönliche Schuld ab: Die Auftritte früherer Wall-Street-Bosse vor der US-Finanzkrisenkommission sind ein tristes Trauerspiel. Längst ist der Ausschuss ein zahnloser Tiger - während an der Börse alles wieder seinen alten Gang geht."

13.03.2010
Paul Schreyer auf TP: Anmerkungen zum Prozess gegen die Sauerland-Zelle

"Zur Urteilsverkündung am 4. März (1) ging alles glatt über die Bühne. Die Angeklagten hatten längst gestanden. Planmäßig und ohne größere Aufregung konnte das Verfahren am Staatsschutzsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts beendet werden - mit langjährigen Haftstrafen für die Bombenbastler. Doch wichtige Hintermänner sind weiter auf freiem Fuß. Und die beträchtliche Verwicklung der Geheimdienste bleibt ungeklärt. Unter der Oberfläche eines seltsamen Terrorplots geht es in Wahrheit auch um deutsche Außenpolitik."

19.02.2010
Hans Christoph Binswanger auf SZ-Online über Goethes Magie der Wirtschaft

"Die Alchemisten wollten Gold herstellen, es war der große Traum. Mit dem Papiergeld ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Die Ressourcen der Natur sind nicht beliebig steigerbar, das Geld hingegen schon. Unendlicher Reichtum scheint möglich."

01.02.2010
Barclays Chefvolkswirt Thorsten Polleit über eine neue Konzeption ökonomischer Freiheit

"In einem freien Marktgeldsystem entscheiden die Marktakteure durch Angebot und Nachfrage, was Geld ist. Wahrscheinlich wäre es Gold, vielleicht aber auch Silber, Platin oder Palladium."

22.12.2009
Ein Kommentar von Wolfgang Kaden über den Machtkampf "Finanzindustrie und Politik"

"Es ist der Skandal des Jahres: Die Investment-Banker, die fast die Welt in den finanziellen Abgrund gerissen hätten, spielen wieder ihr Billionen-Monopoly. Wir erleben jetzt den Showdown zwischen einer globalen Geld-Oligarchie und der Politik - in dem die USA, Großbritannien und China eine fatale Rolle spielen."

15.12.2009
In den USA spitzt sich der Machtkampf zwischen Banken und Politik zu

"Mit der Citigroup und Wells Fargo zahlen die letzten US-Großbanken Staatshilfen zurück. Dahinter steckt Kalkül: Jetzt können die Geldkonzerne wieder ungestört agieren und mit satten Boni locken. Washington verliert die Kontrolle über die Finanzwirtschaft - da helfen auch Obamas Standpauken wenig."

22.10.2009
Über die sogenannte Inflationsfalle...

Gold, Schulden, Geld....Vor einigen Jahren noch Meinung einiger Außenseiter (wie der IZ) - heute Mainstream....

15.09.2009
Das Magazin schonungslos über das Verhältnis Politik, Ökonomie und Macht

Direkt nach Obamas Auftritt (Rede über die Finanzkrise) wird eine Börsenanalystin auf CNN gefragt, wie die Wall Street auf die Rede reagiere. "Mit einem kollektiven Gähnen", antwortet sie.

02.09.2009
Festvortrag der Literaturkritikerin Sigrid Löffler zur Verleihung der Goethe-Medaillen am 28. August 2009 im Residenzschloss zu Weimar

"Wo die Gesellschaft zu Goethes Zeiten noch mit Naturgefahren konfrontiert war, die jederzeit plötzlich hereinbrechen können, müssen wir uns nun zunehmend mit Gefahren auseinandersetzen, die wir selbst heraufbeschworen haben, aber nicht beherrschen können. Auch in der Finanz-Industrie greift dieses Paradoxon: Komplexe Finanzprodukte wurden geschaffen, um gegen künftige Risiken abzusichern. Indessen sind es ebendiese Finanz-Instrumente selbst, die neue Risiken erzeugen. Wenn der Glaube an sie erschüttert wird, dann funktionieren sie auch nicht mehr."

04.08.2009
Die Banken machen nach diversen Hilfsaktionen der Steuerzahler wieder munter Gewinne

"2500 Mrd. $ werden die USA diese Jahr an Schulden machen. Die Platzierung der entsprechenden Anleihen ist ein hochlukratives Geschäft. Doch auch die Notenbanken lassen Geld regnen: Denn ihre Ankündigungen treiben Bonds stets in vorhersehbare Richtungen."

07.07.2009
Andrea Dernbach über das deutsche Schweigen zum Mord an einer Muslimin in Dresden

"Und eine weitere Wahrheit sollte schmerzen: Die Assoziation "Islam, Islamist, Terrorist", das alles ausgelöst durch den Anblick eines Menschen mit etwas dunklerer Haut und einem Kopftuch, lässt sich schwer als Einzelfall abtun. Seit Deutschland kaum nach dem 11. September 2001 den Krieg gegen den Terror durch Einführung der Rasterfahndung gegen alle eröffnete, die Bart oder Kopftuch und große muslimische Frömmigkeit zeigen, ist diese Assoziation in viel zu vielen Köpfen."

03.04.2009
Gabor Steingart brilliant und schonungslos über den G-20 Gipfel

"Die G-20-Staaten bekämpfen die Krise, indem sie die nächste vorbereiten: Mit neuen Billionen auf Pump soll die Weltwirtschaft angekurbelt werden. Das offizielle Gipfelmotto lautete Stabilität/Wachstum/Arbeitsplätze - das wahre müsste heißen: Verschuldung/Arbeitslosigkeit/Inflation."

12.02.2009
"Wer glaubt erscheint suspekt"

"Fazit: Anders als im Mittelalter läuft heute offensichtlich nicht mehr der rabiateste Kampf zwischen den verschiedenen Religionen. Vielmehr wollen die Anhänger des totalen Marktes und des globalen Imperiums, die allein dem Geld-Götzen huldigen, alle unter Generalverdacht stellen, die noch an einen Gott glauben – egal an welchen."

27.01.2009
UN-Drogenbekämpfer Costa im Interview: Rettet Drogengeld auch Banken?

"Vergleichen wir doch einmal illegale Drogen, Tabak und Alkohol: All das sind Suchtmittel, die einen verboten, die anderen frei gehandelt. Tabak wird weltweit von rund 30 Prozent der Weltbevölkerung konsumiert und fordert jährlich fünf Millionen Menschenleben. Rund 25 Prozent trinken Alkohol, 2,5 Millionen sterben jedes Jahr an den Folgen. Fünf Prozent nehmen einmal pro Jahr illegale Drogen, süchtig sind 0,5 Prozent, die Zahl der Todesopfer liegt bei 200.000."

14.01.2009
Virtuelle Geschäftsgrundlage: Briliantes Essay von Harald Welzer über die Finanzkrise

"Das Fehlen jeglicher Klarsicht in der Einschätzung des Ausmaßes und der Folgen des Debakels deutet freilich an, dass das, was gerade geschieht, systemisch gar nicht vorgesehen ist.  

24.11.2008
Gabor Steingart über "den Anfang vom Ende des amerikanischen Kapitalismus"

"Größer und mächtiger als die Kirchen seien die Banken, klagte der deutsche Soziologe Georg Simmel schon vor über hundert Jahren. Sein Stoßseufzer hallt bis in diese Tage: Das Geld sei der neue Gott unserer Zeit. Wenn Simmel recht hat, wofür einiges spricht, dann müssen wir seine Aussage heute verfeinern: Nicht alle Menschen beten zum gleichen Gott. Es gibt innerhalb der Gruppe der Geldgläubigen mindestens drei Glaubensrichtungen."

12.11.2008
Der Philosoph Badiou in der tageszeitung über eine andere Sicht auf die Finanzkrise

Interessanter Beitrag in der taz - lesenswert - auch wenn die etwas angegraute Quintessenz "Kommunismus" (Staatskapitalismus) natürlich falsch ist. Badiou: "Der Finanzkapitalismus ist seit fünf Jahrhunderten ein wichtiger Teil des Kapitalismus im Allgemeinen. Was die Eigentümer und Manager dieses Systems angeht, so sind sie allein für Profite "verantwortlich". Ihre "Rationalität" ist an den Gewinnen messbar, und Raubtiere sind sie nicht einfach, sondern müssen sie sein.  

22.10.2008
Susanne Härpfer über das Dilemma des Journalismus

Ein ungleicher Kampf: Lobbyisten gegen Journalisten. "Die Vierte Gewalt ist pleite. Niemand hat den Mumm, dies einzugestehen".



24.09.2008
Die neuen Befugnisse des "Finanzdiktators"

32 Jahre lang arbeitete Paulson für die größte amerikanische Investmentbank Goldman&Sachs, davon sieben Jahre als CEO, bevor er 2006 von Präsident Bush zum Finanzminister ernannt wurde. Nun spannt er Wallstreets Banken das Auffangnetz.

15.09.2008
Verstaatlichung des Geldproblems: Jörg Eigendorf über den Bankrott des globalen Kapitalismus

"Alle haben es gewusst. Seit Jahren hat sich an Finanzmärkten eine gefährliche Blase gebildet. Zu lange haben Banker, Investoren und Politiker zugesehen. Nun steht die Welt am Rande der schwersten Krise seit 1929. Rufe nach dem Staat sind verständlich. Gegen Gier aber hilft am Ende nur eins: die begründete Angst vor dem Verlust."

05.09.2008
Nur weil es der Polemik gegen Moskau diente, hat der Westen die Demokratie in Georgien entdeckt. Eine Medienkritik von Gunter Hofman in der ZEIT

"Nein, die Kritik zielt darauf, dass die Öffentlichkeiten im Westen, auch in der Bundesrepublik, sich auf die veränderte Realität in Europa nach 1989 nicht wirklich einzustellen bereit sind. Angewöhnt hat man sich, solche Fragen zu delegieren: »Berlin« oder »Brüssel« sind zuständig für Moskau oder Tbilissi, auf der politischen Bühne. Die Stiftungen richten in den Hauptstädten Dépendancen ein und kümmern sich um die »Zivilgesellschaft«. Und für Fragen der Moral sind Human Rights Watch oder amnesty international zuständig, wenn es brennt."

03.08.2008
Tomsz Konicz über die aktuelle Wirtschaftslage

"So langsam macht sich angesichts der permanent steigenden Preise für Rohstoffe, Lebensmittel und Energieträger so etwas wie Panik breit. Inzwischen hätten an die 85 Prozent aller Deutschen "regelrecht Angst" vor der anhaltenden Teuerung, ermittelte (1) eine im Auftrag der ARD durchgeführte Umfrage. Jeweils um die Hälfte der an der Befragung beteiligten Personen gab an, bereits jetzt beim Autofahren und bei Lebensmitteln zu sparen und pessimistisch in die Zukunft zu blicken."

17.02.2008
Haiko Lietz auf TP über Fiktion und Realität des Terrorismus

Laut einer Studie hat jeder Dritte in Europa, Indien und den USA Angst vor Terrorismus und Krieg. In Spanien ist es sogar jeder Zweite, in den USA nur jeder Vierte. Dabei überwiegt die Angst vor Terrorismus. In der aktuellen Ausgabe des Musikmagazins Rolling Stone werden Maßnahmen der US-Terrorabwehr und entsprechende Äußerungen der US-Regierung hinterfragt. Demnach ist der hausgemachte Terrorismus eine Illusion, eine sich selbst erfüllende und nährende Geisterjagd. Dieses Bild wird geschichtlich gestützt von dem Dokumentarfilm "The Power of Nightmares" über den Aufstieg der Politik der Angst.  

21.11.2007
Rüdiger Suchsland auf TP über den "Verfall der politisch-kulturellen Information"

"Hype als Dauerzustand, Banalisierung und Populismus prägen die politisch-kulturelle Öffentlichkeit der Gegenwart. Anstatt Aufklärung über die soziale Wirklichkeit zu leisten, fungieren Medien in ihrer Realität heute als Amüsierbetrieb und Ruhigstellmaschine. Information dagegen ist zum Infotainment mutiert, und nicht einmal die banalste Grundversorgung für den Bürger ist gewährleistet.  

29.09.2007
In ihrem neuen Buch untersucht Naomi Klein den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Katastrophe.

Die politische Bewegung sucht die politische Freiheit, entdeckt aber, dass die globale Macht unzugänglich geworden ist. Naomi Klein im SPIEGEL-Interview über die Rolle der Politik im Zeitalter globaler Ökonomie. Klein argumentiert, dass Anhänger der reinen, neoliberalen Lehre Kriege, Terroranschläge und Naturkatastrophen gezielt ausnutzen, um in ihren Ländern eine brutale Variante der Marktwirtschaft zu installieren.

18.08.2007
"Staatliche Gewalt wird immer mehr enthegt"

Eigentlich ist Carl Schmitt umstritten - aber die Gegner des Islam mutieren heute zu "Schmittianer". Sie plädieren immer öfters für ein "Ausnahmerecht" wenn es um Muslime und den Islam geht. Ihre Feindschaft zum Islam basiert dabei auf subjektive Freund-Feind Unterscheidungen.

24.07.2007
Interview mit Frau Baer über die Rolle der Rechtssoziologie

"In Europa gibt es derzeit eine Tendenz, die Gleichberechtigungsfrage zu exotisieren. Wir diskutieren engagiert über das Kopftuch und einen angeblich durchweg frauenfeindlichen Islam. Damit suggerieren wir in einer postkolonialen Wendung, nur noch „die Anderen“ hätten das Problem, geschlechtsspezifisch zu diskriminieren. So wird im Wortsinn verschleiert, welche Stereotypen auch uns in christlich-jüdischen Traditionen – in Deutschland übrigens ausweislich der jüngsten Studien deutlicher als in den anderen EU-Mitgliedstaaten – noch dominieren.  

09.07.2007
Florian Rötzer kommentiert auf Telepolis.de die neuen Umweltretter

"Vermutlich sollten nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Musiker ein wenig mehr darauf achten, ob Sponsoren und Beteiligte tatsächlich die Sache vertreten können, für die man sich einsetzen will. Wahrscheinlich aber hat sich allmählich dieses Konzept, mit der Hilfe von Stars in einem weltweiten Event, das jeweils Rekorde brechen muss, durch Übertragung der Aufmerksamkeit von den Stars auf das Thema Appelle an Politiker und Einzelne zu richten, überlebt.  

09.06.2007
"Im Kern ist Muhammad Yunus ein Bankier" - TP über den Kapitalismus für Arme

"Was die Kritiker am Mikrofinanzwesen selten erwähnen: Selbst kurzfristige Erfolge dieser Sorte von "Empowerment" werden langfristig im Durchschnitt armutsfördernd sein. Denn was hier gefördert wird, ist nicht eine kuschelige Subsistenzökonomie, bei der sich die Selbstversorger gegenseitig nicht ins Gehege kommen. Sondern Kapitalismus für Arme, und das bedeutet bei allem Gerede vom "Karmakapitalismus" immer Konkurrenz aufs Messer, in diesem Fall am untersten Ende der ökonomischen Skala, in einem sozial erodierten Umfeld, wo Verlieren sehr schnell existenziell wird."

04.05.2007
Kommentar von Daniel Bax über die 2. Runde der Islamkonferenz

"Sicher hatte Wolfgang Schäuble recht, als er schon vor Beginn des gestrigen Treffens sagte, dass die vier großen Verbände nicht die Alleinvertretung der deutschen Muslime beanspruchen könnten. Ob er aber auch gut beraten war, ihre Bedeutung gleich so klein zu reden, wie er es getan hat, ist eine andere Frage. Denn noch mehr als für die Verbände gilt sein Einwand ja für alle Teilnehmer der Islamkonferenz: Die meisten verdanken ihr Mandat, für "die Muslime" zu sprechen, allein Wolfgang Schäuble selbst."

05.04.2007
Robert Misik schreibt in der "tageszeitung" über merkwürdige Allianzen und Prangerwebsites gegen den Islam

"Aber das ficht den publizistischen Wahnsinn nicht an. Die Titelstrecke des Spiegel, ein einziger Panikanfall ("Haben wir schon die Scharia hier?"), ist ohnehin nur das Symptom für eine Tendenz im Geistesleben: Die Angstlust vor dem gefährlichen Moslem grassiert. Angesichts der internationalen Frontstellung zwischen "dem Islam" und "dem Westen", angesichts von ethnisch segregierten Einwanderercommunities in Großstädten, von anatolischen Paschas, türkischen Jugendbanden und Kopftuchträgerinnen wähnt man neuerdings sogar in feingeistigen Schichten das Abendland in Gefahr.  

12.03.2007
Daniel Bax überrascht mit brillianten Einsichten über die neo-konservative Szene

Bax: "Es ist ihre ungebrochene Hypermoral, die Exlinke so anfällig macht für neokonservative Positionen. Geblieben ist ihre Abneigung gegen politische Kompromisse und der Wille, die Welt nach ihren Vorstellungen umzuformen - wenn nötig, mit Gewalt. Einst trieb sie diese Haltung an die Seite obskurer Befreiungsbewegungen oder Gewaltherrscher wie Mao Tse-tung. Heute setzen sie auf starke Männer wie Bush, Scharon oder Nicolas Sarkozy und deren vermeintlich einfache Lösungen."

20.02.2007
Neuorientierung gegenüber dem Modernismus

"Doch haben die traditionellen Bruderschaften in den vergangenen Jahrzehnten nicht deutlich an Einfluss verloren? Mehrere Beobachter kommen zu diesem Schluss, und «Le Journal Hebdomadaire» wirft gar die Frage auf, ob nicht die neuen, vom saudischen Wahhabismus geprägten Eliten vom Verlust der politischen Autorität der Chefs der Sufi-Bruderschaften profitiert hätten. Darif sieht die Lage etwas weniger pessimistisch. Die Bruderschaften hätten immer noch einen grossen Einfluss auf die marokkanische Bevölkerung.  

23.12.2006
Peter Sloterdijk über die Rolle der Parteien

"Ich sehe sie als Dienstleister auf dem politischen Illusionenmarkt. Ihr Pakt mit der Unwahrscheinlichkeit ist schicksalhaft und zwanghaft. Gewählt wird ja, wer den Wählererwartungen am meisten entgegenkommt. Aber alle Erwartungen dieser Art laufen auf steigende Unwahrscheinlichkeit hinaus. Das Generalprodukt, das die Parteien heute ausnahmslos anbieten müssen, ist der plausible Schein, dass durch die Politik dieser Partei die Lebensformen ihrer Klientel optimiert werden."

31.10.2006
Ein brillianter Daniel Bax mit einer Kritik an der Kritik

"Das Feuilleton der FAZ etwa machte kürzlich, anlässlich der Diskussion um die Regensburger Papst-Rede, mit einer flammenden Schlagzeile auf. "Der Islam will die Welteroberung", schrieb da der Althistoriker Egon Flaig und rührte auf ganzen zwei Seiten eine brachiale Interpretation islamischer Geschichte mit einem Lob der Kreuzzüge und der Reconquista, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel durch die katholischen Könige Spaniens, zu einem kruden Pamphlet zusammen.  

18.10.2006
Ilija Trojanow über die drohenden Umweltkatastropen und die Debatte über den Terrorismus

"Warum diskutieren wir so selten über die radikalen Schritte, die wir zur Abwendung des Schlimmsten unternehmen müssten, und warum beschäftigen wir uns so viel mit dem Terrorismus? Bezeugen die Satellitenaufnahmen nicht Selbstmordanschläge von viel größerem Ausmaß als jene der Fanatiker? Und ließe sich die Zerstörung der Arktis nicht auch eindrücklich visualisieren, wenn auch nicht so eindrücklich, wie es zerfetzte Fahrzeuge und Körper tun?"



18.09.2006
Früher noch Verschwörungstheorie - heute reale Einsicht

"Die Abhängigkeit ausländischer Notenbanken vom Dollar wird dessen Sturz verzögern, aber nicht verhindern. Eine Schneewehe hat sich gebildet, die zur Lawine werden wird. Sie wächst in atemberaubendem Tempo. Sie kann sich morgen lösen, in ein paar Monaten oder auch erst in Jahren. Vieles, von dem die Zeitgenossen glauben, es sei unsterblich, wird eine globale Währungskrise unter sich begraben; womöglich auch die Führungsrolle der USA."



10.08.2006
Abschied vom Goldstandard vor 35 Jahren

"Und abgesehen davon – die USA entledigten sich 1971 jeglicher finanziellen Verpflichtung. Es war ein genialer finanztechnischer Trick zur Entschuldung des amerikanischen Staates bzw. seiner Bank. Die zig Billionen Dollar in der Welt repräsentieren überhaupt keine bestimmte Wertmasse mehr. Waren und Leistungen, die für dieses Geld einmal erworben bzw. verkauft wurden, sind längst verbraucht. Und wer dieses Geld heute besitzt, hat nur noch »Ansprüche« in der Hand.  

01.08.2006
Welt der Werte: was ist eigentlich der Dollar wert?

Moritz Koch in der SZ: "Seit fast einem Jahr befindet sich der Dollar im Abwärtstrend. Allein seit Anfang des Jahres verlor er im Verhältnis zum Euro etwa sieben Prozent – von 0,85 auf 0,79 Euro. Analysten gehen davon aus, dass sich der Wertverlust noch verstärken dürfte. Der Hauptgrund, sind sich Experten einig, ist die hohe Verschuldung der amerikanischen Wirtschaft."

03.06.2006
"Sie haben heute eine Macht, die kein Papst, kein König je hatte". Mit drastischen Worten prangert Jean Ziegler die Massenvernichtung durch Hunger an

Hunger - das Phänomen wird nicht unter "Terror" subsumiert. Im Westen wird zudem gerne argumentiert der Hunger in der dritten Welt sei (z.B. durch Korruption) selbstverschuldet. Die Fakten: Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Das ist kein Schicksal, sondern Produkt des globalen, vom Westen beherrschten Wirtschaftssystems, meint der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler

30.03.2006
Die Aufmerksamkeit für Religion hat stark zugenommen meint Rolf Schieder in der "taz"

"Nicht nur Religionsgemeinschaften, sondern auch Gesellschaften leben von fundamentalen Gewissheiten über ihren Ursprung, ihre Verfassung und ihre Bestimmung. Wer Religion konsequent privatisieren will, muss sich fragen, auf welche Quellen der Solidarität, des Vertrauens und der Hilfsbereitschaft, auf welche Visionen er denn zurückgreifen will, wenn er der heranwachsenden Generation eine bessere Welt verspricht. Fußball als Zivilreligion reicht jedenfalls nicht, und "Werte" haben so lange keinen Wert, solange man sich weigert, über Wertehierarchien und Wertekollisionen offen zu diskutieren.  

11.02.2006
Islam und sein Verhältnis zum modernen Staat. Rolf Spinnler in der Stuttgarter Zeitung über "Europa, Islam und die politische Theologie"

Über die These Carl Schmitts "alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe" sinnt Rolf Spinnler nach: "Kulturkämpfe wie der aktuelle Streit um die Mohammed-Karikaturen geben den beteiligten Parteien die willkommene Gelegenheit, wieder einmal das beliebte Spiel der kulturellen Differenz zu spielen. Wir sind ganz anders als ihr, und ihr seid ganz anders als wir - so heißt die grundlegende Regel dieses Spiels, der beide Seiten mit Genuss folgen.  

02.01.2006
Rüdiger Safranski über ein Buch das Epoche machte

Safranski: In seinem "Spiegel"-Interview hat er gesagt: "Nur ein Gott kann uns retten." Die Kybernetik hat die Regie übernommen, wie Heidegger sagte. Das Hauptmittel der Kommunikation ist die Elektronik geworden. Mit gravierenden Folgen: Durch dauerhaftes Fernsehen in jungen Jahren können elementare Kulturtechniken nicht mehr erlernt werden: hören, lesen, verstehen.  

23.12.2005
Muslimische Yuppies: Unpolitisch & Marktfreundlich

Ein kontroverser Artikel der eine einflussreiche Gesellschaftsschicht ins Auge fasst, welche in unserer Wahrnehmung der arabischen Länder oft ausgeblendet wird, die städtische Mittelschicht: arabische Yuppies und deren hedonistisch orientierter Islam, der westliche Einflüsse geschickt integriert und nicht unähnlich zum Neoliberalismus im Westen den wirtschaftlichen Erfolg sucht.

03.12.2005
Moderne Kriege sind totale Kriege - meint Rudolf Maresch in seiner Analyse über "Krieg und Frieden"

Interessanter Artikel über die moderne Legitimation des Krieges gegen den Terror. Ausgehend von Carl Schmitts "Begriff des Politischen" findet er manches Paradox.

"Kühl macht Schmitt darauf aufmerksam, dass solche friedlichen Maßnahmen nicht bloß "eine besonders aussichtsreiche Art der Rechtfertigung von Kriegen" sind, weil sie sich "in der Form des jeweils ‚endgültig letzten Krieges der Menschheit' abspielen.  

26.11.2005
Michael Lüders in der FR über den Islam in Deutschland

"Zum einen konstruiert sie einen Gegensatz, der historisch nicht gegeben ist. Hier das "christliche Abendland", Sinnbild für Aufklärung, Toleranz und Fortschritt, dort ein schlecht beleumundeter Islam, der diese Freiheit, Stichwort 11. September, bedroht.  

12.11.2005
Randalierende Jugendliche sind keine praktizierende Muslime

"Dieselbe Beobachtung machte auch Benabdallah Soufari, der Präsident des regionalen Rats der Muslime der Region Mulhouse. Nach seiner Einschätzung sind die allermeisten der Jugendlichen, die sich an den Ausschreitungen beteiligt haben, keine Moscheegänger. Die Adoleszenten hätten kaum rudimentäre Kenntnisse des Islam, seien weit mehr von der Hip-Hop-Kultur und von ihrem Medienkonsum beeinflusst als von islamischen Werten."

01.11.2005
Heribert Prantl über das abgründige Verhältnis Europas zu Afrika

"Am 11. September 2001 hat die Welt Afrika endgültig aus dem Blick verloren. Ein ganzer Kontinent vegetiert seitdem abseits aller politischen und militärischen Interessen. Seitdem für den Westen al-Qaida das Synonym für Gefahr geworden ist, seitdem die Amerikaner ihre Freiheit im Irak verteidigen und die Deutschen am Hindukusch, seitdem bin Laden und Saddam Hussein des Teufels sind, seitdem jeder Dollar und jeder Euro, der ihrer Bekämpfung dient, also ein gutes Werk ist, - seitdem geht ein Erdteil unter, ohne dass man sich darum schert.  

07.10.2005
Kampf der Kulturen? In Melilla trennen sich nicht die Kulturen - der Limes in Mellila trennt arm und reich

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert Spanien für die Abschiebung von Afrikanern, die nach Melilla und Ceuta geflüchtet waren und jetzt nach Marokko abgeschoben werden. Zudem müssten die Todesschüsse am Grenzzaun der spanischen Exklaven aufgeklärt werden.

28.09.2005
Der Limes zwischen Arm und Reich muss immer mehr ausgebaut werden

"Die Sondergesandten aus Madrid waren gerade abgereist, da fand die nächste Offensive statt. Ungefähr 500 Schwarzafrikaner stürmten am Dienstagmorgen den Zaun, der Marokko von der spanischen Exklave und mithin von der EU trennt. Aufgeteilt in mehreren Gruppen überforderten sie dabei die Grenzwächter, obwohl die nach den Ereignissen der vergangenen Wochen mit weiteren Zwischenfällen gerechnet hatten. Angesichts des entschlossenen Vorgehens der Immigranten habe man bei dem Abwehrversuch ernsthafte Schwierigkeiten gehabt, meldete ein Regierungsvertreter.  

11.09.2005
Der Limes zwischen arm und reich wird in den USA verdrängt

Die Zahl der Armen in Amerika ist 2004 um 1,1 Millionen auf 37 Millionen gewachsen - zum vierten Mal in Folge. Während die offizielle Statistik unter Präsident Bill Clinton deutlich zurückgegangen war, ist sie unter George W. Bush um 12 Prozent gestiegen.

23.08.2005
Peter Sloterdijk beschreibt die Großwetterlage als Welt-Trend zum autoritären Kapitalismus

Autoritärer Kapitalismus? Sloterdijk definiert den Begriff im Rheinischen Merkur: "Das ist ein Kapitalismus, der sich zunehmend davon überzeugt, dass er die liberale Demokratie nicht mehr nötig hat. Das 21. Jahrhundert wird, davon bin ich überzeugt, ein großes Labor des politischen und religiösen Neo-Autoritarismus werden. Das ist der eigentliche beunruhigende Umbruch, den wir heute spüren. Wir haben es weltweit zu tun mit riesigen Massen von nicht sozialdemokratisierbaren, quasi orientalischen Proletariaten.  

14.08.2005
Wilhem Tell und andere Werke sind auch in der arabischen Welt populär

In diesem Jahr feiert Deutschland den großen Dichter und Dramatiker Friedrich Schiller anlässlich seines 200. Todestages. Abdo Abboud, Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Damaskus, über Rezeption und Übersetzung der Werke Schillers in der arabischen Welt.

21.07.2005
Olivier Roy sieht den Unterschied zwischen traditionellem Islam und Modernismus

Diesen Unterschied haben bisher nur wenige "Islamexperten" wirklich gesehen: das Maß des traditionellen Islam und die Maßlosigkeit des modernen "Islamismus" als Ideologie. Aus Folge dieser Unterscheidungslosigkeit wird der Begriff "Islamismus" zum offenen Sammelbegriff. Radikalität ist eine der möglichen Folgen des aus der sozialen Gemeinschaft gelösten "Privatgelehrten". Aus dem Text:

"Die radikale und gewalttätige Linke hat sich von den gesellschaftlichen Randzonen abgewendet.  

08.06.2005
Das Literaturmagazin im Gespräch mit dem italienischen Philosophen Agamben

Agamben: "Vielleicht könnte man die Frage etwas verschieben und versuchen zu verstehen, wo heute der Ort von Religion ist. Es gibt dieses interessante Fragment von Walter Benjamin: «Kapitalismus als Religion». Benjamin sagt dort, dass Kapitalismus nicht einfach ein Phänomen der Säkularisierung ist, wie sich das etwa Max Weber vorstellt. Er sagt, Kapitalismus ist als solcher Religion, die extremste Kult-Religion, die jemals existierte, eine Religion, die nicht auf Erlösung von der Sünde zielt, sondern auf die Verschuldung selbst.  

02.06.2005
Selbstmordattentate gegen betende Muslime?

"Mit der Ausweitung ihrer Terrorakte selbst auf gemäßigte Geistliche des Landes haben die Taliban-Milizen dem traditionellen Islam in Afghanistan den Kampf angesagt. Die Konfrontation mit dem im afghanischen Volk verwurzelten Islam wird dazu führen, dass sich die Taliban-Milizen noch mehr von den frommen Moslems des Landes isolieren und letzten Endes als eine bewaffnete Bande entlarven, die den Friedensprozess am Hindukusch um jeden Preis zerstören will.  

17.05.2005
Entgegen aller amerikanischen Freiheitsrhetorik wird hier vor allem auf Stabilität gesetzt

Doch der Westen sollte nun alarmiert sein - nicht nur wegen der zahlreichen Zivilisten, die der blutigen und brutalen Niederschlagung der Unruhen am Wochenende zum Opfer gefallen sind (nicht zu vergessen die rund 300 deutschen Soldaten, die dort stationiert sind).

Das Beispiel Usbekistan zeigt auf beunruhigende Weise die Grenzen der Allianzen, die die USA im "Kampf gegen den internationalen Terrorismus" eingegangen sind. Sie sind das gefährliche Grau in dem Schwarz-Weiß-Bild von US-Präsident George W. Bush.  

11.05.2005
Die ehemaligen Kolonialherren sehen über die Opfer Ihrer Politik hinweg

In den nordafrikanischen Besitzungen des seit der Niederlage 1940 geschwächten Frankreichs eskalierte eine nationalistische Demonstration zur Revolte. In den Tagen danach massakrierte die französische Armee die Einwohner der Städtchen Sétif und Guelma. 1954 nahmen wiederum die gescheiterten Nationalisten Rache: der Algerienkrieg begann. Der 8. Mai ist seitdem zu einem Symbol des algerischen Widerstands gegen die französischen Kolonialherren geworden. Genaue Angaben über die Zahl der Opfer - zwischen 1 500 und 45 000 - vereitelt die Propaganda beider Seiten bis heute.

04.05.2005
Nach Sicht des Schriftstellers gefährdet der Kapitalismus die Demokratie

Günther Grass nimmt die Kapitalismuskritik ernst und sieht eine strukturelle Gefährdung der Demokratie durch den Kapitalismus. Die Machtebenen haben sich verschoben. Die Ideologen im Lande sind unter scharfer Beobachtung, wer aber kontrolliert die Ökonomie?

Günther Grass in der Zeit:

"Nun, ich behaupte, dass unsere frei gewählten Abgeordneten nicht mehr frei sind in ihren Entschlüssen.  

18.04.2005
Überraschung: Nur beim Börseninformationsdienst wird darüber nachgedacht warum es eigentlich keine Debatte über Münteferings Äußerungen gibt

"Wir Börsianer wissen sicherlich viel zu gut, dass wir wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen und ganze Volkswirtschaften herfallen, unsere Ernte einfahren und hinterher wieder abziehen. Niemand von uns wird behaupten können, dass Müntefering hier nicht Recht hat mit seiner Analyse.

Die Frage ist nur, ob es eine Alternative zum gegenwärtigen Stand der Dinge gibt. Merkwürdigerweise wird diese Frage in den Medien nicht einmal andiskutiert. Es werden überall schwere Geschütze aufgefahren und der Gegner mit Glaubensbekenntnissen bombardiert.  

04.04.2005
Frankfurter Rundschau über neue Analysen über den Hunger und die Globalisierung

Weltweit hungern mehr als 850 Millionen Menschen. 30 Millionen von ihnen sterben pro Jahr. Der Mangel an Nahrung ist nicht naturgegeben, sondern auch Folge der Globalisierung. Die jüngsten Zahlen der Welternährungsorganisation FAO sind ernüchternd: 852 Millionen Menschen leiden chronisch an Hunger. Während in der ersten Hälfte der 1990er Jahre ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, sind seit 1995 etwa 28 Millionen Menschen zusätzlich in die Hungerstatistik aufgerückt.  

21.03.2005
Wird ein Djumah-Gebet für durchsichtige Politik mißbraucht?

Eine Aktion in den USA soll die Muslime in zwei Gruppen spalten. Freace.de über die Hintergründe...

07.03.2005
Gesellschaft in permanenter Implosion. Oliver Fahrni bespricht "Globalia" von Jean Christophe Rufin

"Die extremen Konsequenzen der Demokratie in «Globalia» sind, genau besehen, jene des späten Kapitalismus. Kein romaneskes Wort: Kapitalismus. Rufin benützt lieber den schwer übersetzbaren Euphemismus «Ordre marchand», was mit Marktordnung nur ungenau übertragen ist. Er war nie ein Linker, seine Begrifflichkeit scheut die Eindeutigkeit, die isoliert.

Interessanterweise aber greift sein Denken weiter als das sozialliberale Credo der sozialistischen Opposition.  

25.02.2005
Harald Schmidt im Interview mit der Zeit

Es gibt nicht viele Köpfe deren Kommentare man immer wieder erwartungsvoll entgegensieht: Harald Schmidt gehört dazu. Im Interview mit der Zeit wertet er mit Witz und Scharfsinn das sonst eher langatmige Wochenblatt auf.

15.01.2005
Hier wird einmal vom Ansatz her hinterfragt welche Interessen sogenannte Islamexperten leiten...

Die Macht der Islam-Experten ist relativ groß. Ihr Urteil entscheidet oft über Akzeptanz oder Verbannung. Es hat sich inzwischen eine positive und negative Gruppe am Informationsmarkt gebildet. Hintergründe gibt es eher selten. Ob eine bekannte Islamexpertin zum Beispiel jahrelang für den hessischen Verfassungschutz arbeitete - wer will es schon wissen? Was sind die Quellen der Experten. Geheimdienste? Fiktive Berichte ? Zwielichtige Webseiten? Auch in den politischen Stiftungen sind Islam-Experten oft genug offen negativ, selten objektiv und fast immer einseitig beraten.  

08.12.2004
Der Standard über die Tolerierung des Hungers

Nüchterne Bestandsaufnahme des Hungers in der Welt. Auf Reisen nach Indien oder Afrika habe ich die Verlierer der Globalisierung gesehen. Unser Jahrhundertproblem: wie kann man diese Wirkungen ethisch oder moralisch rechtfertigen?

16.11.2004
Geissler nennt das eigentliche Problem der westlichen Gesellschaft: 3 Milliarden Arme, die ein geringeres Einkommen haben als die reichsten Familien der Welt.

Die Islamismusdebatte lenkt im Grunde von der eigentlichen moralischen und demokratischen Legitimationskrise ab. Der globale Kapitalismus hat an vielen Orten bereits die nationalen Demokratien verändert, wenn nicht gar zerstört. Aus dem "Wutanfall":

"Unter Berufung auf angebliche Gesetze des Marktes reden sie vielmehr einer anarchischen Wirtschaftsordnung, die über Leichen geht, das Wort.  

12.11.2004
Kulturkampf? Holland ist überall: Der Mord an Theo van Gogh wird als eine Art Kulturkampf begriffen. Die Fronten des Konflikts verlaufen nicht zwischen "dem Islam" und "dem Westen". Die taz über den F

"Der Fall Theo van Gogh ist allerdings etwas anders gelagert und komplizierter. Hier hat ein religiöser Fundamentalist einen libertären Provokateur ermordet, der sich für rassistische Ausfälle nicht zu schade war. Theo van Gogh hat in seinen Kolumnen ein westliches Überlegenheitsgefühl ventiliert, das sich tabubrecherisch und aufklärerisch gerierte. Es ist kein Zufall, dass er nun selbst von holländischen Neonazis vereinnahmt wird, die in seinem Namen Moscheen anzünden."

05.11.2004
Terroristen sind keine "islamisch" gebildete Moscheegänger, leben auch selten in Gemeinschaft - immer öfter aber werden muslimische Terroristen im kriminellen Milieu oder in Gefängnissen angeworben

Demagogen finden leichte Beute unter muslimischen Häftlingen. Die meisten der rund 6 000 Marokkaner und Algerier in spanischen Gefängnissen sind jung und ungebildet, sprechen kaum Spanisch und haben keine Angehörigen, die sie besuchen. Allein in den vergangenen fünf Jahren stieg die Häftlingszahl um fast ein Drittel auf insgesamt knapp 60 000. In der selben Zeit wuchs der Anteil der Ausländer von 17,8 Prozent auf 28 Prozent an. Die spanischen Gefängnisse sind hoffnungslos überbelegt; es gibt zu wenig Personal.

25.10.2004
Die Frankfurter Allgemeine über das Leben ohne Religion: "Denn die Daseinsbegründung ohne traditionelle Religion kostet Kraft".

Heinz-Joachim Fischer von der FAZ über das drohende Ende der Religion und die Krise des Christentums. Nach Fischer droht dem "säkularen" Europa ein dramatischer Substanzverlust. Interessanter Kommentar, wenn man allerdings im gleichen Ton über den Islam schreiben würde, wäre man heute ein "gefährlicher" Islamist. Auch aus der Sicht der FAZ.

01.10.2004
Erdogan hat zwei Seiten und ist Mittelpunkt der Kontroversen

Erdogan zwischen Europa und dem Islam gibt auch hier Anlass für verschiedene Kontroversen. Hin und wieder wird von Europa eine beinahe unterwürfige Haltung eingefordert - Erdogan versucht aber einen eigenen Kurs zu halten um auch zu Hause nicht erpresssbar zu wirken.

20.09.2004
Interview in der neuen Zeit über die Bedeutung des Denkens

Ein Gespräch mit Abdelwahab Meddeb, dem französisch-tunesischen Schriftsteller und Gelehrten, über die arabische Welt und Europa, über den Philosophen Averroes, den Dichter Dante und Kaiser Friedrich II.



31.08.2004
Zinskosten werden immer höher. Im Haushalt sieht man bereits die Dynamik des Problems.

Das Zinsen und Zinsbelastung ein dynamisches Problem darstellen zeigt ein Blick auf den Bundeshaushalt. Mit Abstand größter Einzelposten im Haushaltsentwurf 2005 bleibt der Etat von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD), der um 1,7 Prozent auf 84,7 Milliarden Euro zunimmt. Bereits auf dem zweiten Platz folgen die Zinskosten für die Schulden des Bundes mit 41,2 Milliarden Euro.

29.08.2004
Das Phänomen Geld gerät immer mehr in den Mittelpunkt der Debatten über Arbeitslosigkeit, Schulden und wirtschaftliche Zukunft.

Die Welt am Sonntag reflektiert über die Möglichkeiten und Chancen alternativer Währungen.Es fällt auf, dass diese Fragen immer mehr Beachtung finden. Die Rolle des Zines wird ebenso kritisch und sachlich hinterfragt. So heißt es im WamS-Artikel: "Drittens, und dies ist der eigentliche Trick, kann das Geld nicht angelegt und damit dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden. Denn es gibt keinen Zins in der Regionalwährungszone.  

16.08.2004
Auf Spiegel Online geht man der Frage nach ob der globale Kapitalismus funktionieren kann - wenn man rational darüber nachdenkt.

Die Uiguren - eine muslimische Minderheit - leben auf den Energieressourcen des Riesenreiches und werden heute gnadenlos verfolgt. Aber auch so ist der Energiehunger Chinas beinahe unstillbar.

06.08.2004
Das neue Europa wird jetzt von seinen alten Widersprüchen eingeholt

Michael Stürmer in der Welt: "Die Demokratie unterliegt dem, was vor einem Jahrhundert der deutsche Soziologe und Sozialdemokrat Robert Michels "das eherne Gesetz der Oligarchie" nannte. Wo Demokratie ist, da ist auch Oligarchie, und damit Entmündigung, quer durch die Jahrhunderte." Stürmer kommentiert damit die Verweigerung von Volksentscheiden und trägt zur Debatte über den aktuellen Zustand der Demokratie bei. Lesenswert!



03.07.2004
Wenig Transparent: 14 Monate wurde die Akademie hinter verschlossenen Türen initiiert.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat in geheimer Mission ihre muslimische Elite zusammengestellt. Transparent war dies eigentlich nicht und das Auswahlverfahren letzlich so undurchsichtig wie auch wenig demokratisch. Man wird sehen ob ein solches Projekt von den Muslimen angenommen wird. Mitbestimmt haben die Muslime in Deutschland jedenfalls erst einmal nicht.

07.05.2004
Spannendes Interview mit dem Globalisierungskritiker über "Wirtschaftswissenschaften als Religion"

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz war führender Wirtschaftsberater der Clinton-Administration (1993-1997), ausserdem Vize-Präsident der Weltbank (1997-2001). In dieser Zeit wandelte er sich zum leidenschaftlichen Kritiker einer unregulierten Globalisierung. Seine öffentliche Kritik am Neoliberalismus und an der Politik des Internationalen Währungsfonds machte Furore. Seitdem gilt der Wirtschaftswissenschaftler als Störenfried.

Im Gespräch mit Sonia Mikich und Kim Otto fordert Stiglitz, die Weltwirtschaft nicht mehr dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen.  

04.05.2004
Der Islamismus hat totalitäre Wurzeln. Ist al Qaida ein Nebeneffekt der Globalisierung - eine Mischgeburt westlicher Ideologie und des Islam?

Ist bin Ladin in der Tradition der totalitären Ideologien, eine "moderne Gestalt" oder einfach nur ein Barbar? Die Frage wird inzwischen kontrovers diskutiert. Wie alle faschistoiden-modernen Ideologien glaubt auch bin Ladin, dass eine bessere Welt durch die Vernichtung des Gegners enstehen kann. Die Mittel die er anwendet sind dabei wahrlich modern: totale und rechtlich uneingeschränkte Kriegsführung, digitale Technik, Finanzierung des eigenen Terrors an der Börse. Lesenswerter Artikel in der Zeit.

30.04.2004
Das Internet lässt sich nicht nur leicht manipulieren , sondern ist auch ein Tummelfeld verschiedener Interessengruppen

Interessanter Artikel der einige Meldungen über angebliche Internetseiten die von Terroristen gespeist werden hinterfragt.

10.03.2004

Interessanter Text über das eigentliche Wesen islamischer Terminologie.