18.08.2010
Thorsten Polleit über Schlechtes Geld
"Geldreform -vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld"

„Ich traue überhaupt keiner Papierwährung“ - so lautet das trockene Urteil eines Investmentprofis, der gleichzeitig kein Lobbyist der Finanzindustrie ist. "Die nächste Krise kommt", da ist sich Marc Faber im Interview mit dem Handelsblatt sicher und verweist auf die absehbare Rolle der Notenbanken.  

27.01.2010
Jean Ziegler: "Der Hass auf den Westen"
Mit leidenschaftlicher Sprache beschreibt Ziegler das Jahrhundertproblem

"In der südlichen Hemisphäre vernichten Epedemien, Hunger, verschmutztes Wasser und durch Elend ausgelöste Bürgerkriege jedes Jahr fast ebenso soviele Menschen wie der zweite Weltkrieg in sechs Jahren". (Jean Ziegler, "Der Hass auf den Westen")

Haiti. Die furchtbare Lage nach den jüngsten Erdbeben, ist heute das große Thema der globalen Medienkarawane. Das politische Chaos der ehemaligen französischen Kolonie hatte - vor dem Ereignis dieser Tage - nur wenige Insider berührt.  

15.09.2009
Zeh / Trojanow: "Angriff auf die Freiheit"
Distanzieren Sie sich von Panikmache und Skandallust

"Demokratie ist kein Glaubensbekenntnis, sondern ein Verfahren zur Verteilung und Eindämmung von Macht" (Trojanow/Zeh, "Angriff auf die Freiheit")

Die Autoren Ilija Trojanow und Juli Zeh haben unter dem Titel "Angriff gegen die Freiheit" ein leidenschaftliches Plädoyer für die Verteidigung der bürgerlichen Rechte geschrieben. Das Buch liefert dabei keine ganz neuen Einsichten in "Sicherheitswahn" und den drohenden Überwachungstaat. Neu ist viel mehr die Leidenschaft und die Intensität, in der das Buch verfasst ist.  

06.05.2009
Thomas Darnstädt: "Der globale Polizeistaat"
Carl Schmitt lässt grüßen - wenn der Staat Feindschaft erklärt

Ein älterer Anatolier, Arbeiter in der lokalen Fabrik und in seiner Freizeit Imam in der örtlichen Moschee, wird nach einem Moscheebesuch vor laufender Kamera gefragt, ob für ihn das Grundgesetz oder der Koran wichtiger sei - der Anatolier erklärt: "Der Koran!" "Ist A. ein Verfassungsfeind?", fragt nun die lokale Zeitung.

Vor einem UEFA-Cup Spiel in H werden Hooligans der Heimmannschaft präventiv in Haft genommen. Ein Abgeordneter fragt nach Terrorwarnungen, warum diese Maßnahme nicht auch künftig für bekannte Gefährder in der Stadt als "Präventionshaft" möglich sei.  

23.11.2008
Roger Willemsen: "Der Knacks"
"Solche Ereignisse nennt man in der Geschichte einen Knacks"

Ganz recht. Und das interessante am 11. September ist zum Beispiel, dass unmittelbar, nachdem er passierte, die Menschen noch nicht wussten, wie man sich dazu stellt. Da fand noch ein Champions-League-Spiel statt, da war noch eine politische Analyse darüber möglich, warum das World-Trade-Center Ziel war. Drei Tage später: Es gab keine Amusements mehr, die Trauer wuchs, der Schock wurde übermäßig bearbeitet. Und plötzlich war die politische Analyse verboten. Jeder, der nicht sagte "grauenhafte und durchgeknallte Muslime", wie der Spiegel schrieb, war irgendwie politisch inkorrekt.  

13.11.2008
Jürgen Elsässer: "Terror in Europa"
Elsässer begegnet dem undurchsichtigen Milieu der Terroristen mit einer gehörigen Portion Skespis

Ausnahmezustand, Sicherheitsgesetze, Terrorabwehr sind Begriffe, die in Deutschland seit dem Terror der RAF endlich überwunden schienen. Die Zeiten haben sich leider im Weltmaßstab geändert, wie jeder weiß. Nach spektakulären terroristischen Angriffen in den USA und Europa hat der allgemeine Terrorhype Hochkonjunktur. Die Angst geht um, seit Innenpolitiker nicht mehr das „ob“, sondern nur noch das „wann“ in Frage stellen. Der Boulevard sorgt für den Rest: Feuerbälle, Übertreibungen, Hochrechnungen über spektakuläre Opferzahlen.  

19.08.2008
Loretta Napoleoni "Rogue Economics"
Napoleoni eröffnet nach dem Ende des Terrorismus einen intelligenten Dialog mit dem Islam

Nichts symbolisiert besser das Ende des kalten Krieges als der Fall der Mauer in Berlin. Europa wächst nun unaufhaltsam zusammen, in Moskau zieht McDonalds und Coca-Cola ein und das Wort “Globalisierung” wird zum wichtigsten Begriff des neuen Jahrhunderts. Im Rausch der Geschichte gibt es zunächst nur wenige kritische Stimmen. Die italienische Journalistin und Ökonomin Loretta Napoleoni sieht in dem Fall der Mauer auch eine andere, allerdings gefährliche Zeitenwende.  

29.12.2007
"Die Schockstrategie"
Naomi Klein über Gewalttendenzen in der Ökonomie

„Haben sie noch alle Tassen im Schrank?” Mit diesen ungewöhnlichen Worten beginnt „Die Zeit” ein Interview über das neueste Buch von Naomi Klein, „Die Schock-Strategie“. Das provokante Werk berührt das Herzstück aktueller politischer Fragen und verrückt die etablierte Sicht auf das moderne Verhältnis zwischen Ökonomie und Politik.  

30.04.2007
Rolf Gössner: Menschenrechte in Zeiten des Terrors
Kollateralschäden an der „Heimatfront“

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kommt es weltweit zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen – nicht allein durch Terrorakte, sondern durch die weltweite „Terrorismusbekämpfung“. Auch in der Bundesrepublik übertrafen sich nach den Terroranschlägen von New York, Madrid und London Parteien und Sicherheitspolitiker gegenseitig mit Gesetzesvorschlägen, die der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dienen sollen, mit Sicherheit aber ihre Freiheitsrechte einschränken. Mit den „Antiterror“-Gesetzen von 2002 wurden u.a.  

15.11.2006
Höhepunkte menschlicher Zivilisation: Das Stiftungs- und Spendenwesen im Islam

Schaikh Osman Topbas' „Das Stiftungs- und Spendenwesen im Islam“ ist ein Buch, welches zwei Aufsätze zu den entscheidenden Themen der islamischen Lebensweise ihrem Wesen nach darlegt: das islamische Stiftungswesen (Auqaf) und das Thema der Zakat und der freiwilligen Spenden (Sadaqa).

Der vorliegende Titel ist ein ekstatisches Buch.  

28.01.2006
Roger Willemsen
Unverkäufliche Muster. Gesammelte Glossen

Was sagen über das im September 2005 veröffentlichte Buch eines Mannes, dem man - angesichts seiner überlegenen, wunderschönen deutschen Sprache - hilflos das Etikett „Sprachakrobat“ verleiht und darüber leicht den leidenschaftlichen Kämpfer gegen die Menschenschande der Folter vergisst. Aber Schubladen sollen immer das handhabbar machen, was uns übertrifft oder gar aufrufenden Charakter hat.

Diese Sammlung von Kurztexten der vergangenen 15 Jahre erinnern an ein besseres, gerechteres Leben, das möglich zu sein scheint.  

28.10.2005
Jean Ziegler: "Das Imperium der Schande"
Verschuldung als die moderne Massenvernichtungswaffe

Die Beseitigung von Hunger und Elend als moralischer Imperativ unserer Zeit: das aufrüttelnde Plädoyer des engagierten Globalisierungskritikers. Laut Jean Ziegler ist ein rapide um sich greifender Prozess der Refeudalisierung im Gange: die multinationalen Konzerne dehnen ihre Macht weltweit aus und erzielen astronomische Gewinne, stellt er in seinem neuen Buch fest. Eine neue Klasse von Feudalherrschern, Ziegler nennt sie „Kosmokraten“, entstehe. Der Handlungsspielraum der UNO und der einzelnen Staaten schrumpfe.  

18.08.2005
Wirtschaftsimperium Kirche
Friedhelm Schwarz über den Reichtum und die Macht einer Institution

Buchautor Friedhelm Schwarz hat viele beeindruckende Vergleiche zur Hand, mit denen er in seinem Buch "Wirtschaftsimperium Kirche - der mächtigste Konzern Deutschlands" die Wirtschaftsmacht der Kirche beschreibt: 1,3 Millionen Mitarbeiter und damit mehr als Siemens. 125 Mrd. Euro Jahresumsatz und damit fast so viel wie DaimlerChrysler. Ein Gesamtvermögen von 500 Mrd. Euro inklusive aller Ländereien und Immobilien.

Wirtschaftsimperium Kirche Campus Verlag EUR 24,90

09.06.2005
Gold Wars von Ferdinand Lips
-The Battle Against Sound Money As Seen from a Swiss Perspective -

Auszug: «Der Goldkrieg ist nichts anderes als ein dritter Weltkrieg. Er ist nicht nur ohne jede Notwendigkeit, sondern in seinem Ausmass zerstörerischer als alle anderen Kriege. Er sollte jetzt gestoppt werden. Der dritte Weltkrieg hat vielleicht schon mit der Preisgabe des klassischen Goldstandards im 19. Jahrhundert begonnen.  

04.04.2005
Geld und Magie: Wachstum bis zum Kollaps
Hans Christoph Binswanger über das faustische Prinzip in unserer Wirtschaft

Die Entwicklung, vor allem das Wachstum unserer Wirtschaft, die seit der industriellen Revolution die übrigen Lebensbereiche ungebremst in ihren Sog gezogen hat, wird zusehends zum wichtigsten Anliegen der Menschheit. Die ökologischen Risiken werden in dem Ausmaß größer, in dem sich die Wirtschaft zu einer von der Produktion weitgehend unabhängigen Geldwirtschaft entwickelt, in der laufend aus Geld neues Geld entsteht. Mit der schicksalhaften Verbundenheit der Menschheit mit der Wirtschaft hat sich Goethe in seinem ,Faust' auseinandergesetzt.  

28.02.2005
Jean-Christophe Rufins utopisches Weltpanorama «Globalia»
Brillianter neuer Roman des französischen Querdenkers

George Orwells bitterböse Utopie «1984» war nicht unbedingt Kritik an der schwächelnden Demokratie seiner Zeit. Dies galt schon eher für Aldous Huxleys totalitäre und dabei so «Schöne neue Welt». Um die Zukunftschancen gefährdeter demokratischer Werte, ausgebeult von der Globalisierung, den Folgen des internationalen Terrorismus und einer politisch korrekten Gleichmacherei geht es nun Jean-Christophe Rufin (52), einem «Enkel» der beiden Visionäre. In dem Roman «Globalia» schlägt er ernst und dennoch unterhaltsam Alarm.  

23.02.2005
Rechtzeitig erspähen, wann die Bühne wechselt
Arbeitsgang einer neuen Weltordnung: Martin Heideggers Aussprache über Ernst Jünger

Wie stand der Seins-Ausleger Heidegger zum Seins-Vergesser Jünger? "Lieber Herr Jünger! Bei unserer letzten Begegnung in München - während der Vorträge über ,Die Künste im technischen Zeitalter' erwachte in mir der Wunsch, Sie und Heisenberg und ich möchten zu einer guten Stunde in ein Gespräch kommen. Worüber? - werden Sie fragen. Über das, was zu erörtern keinem von uns als Einzelnem zusteht.  

27.12.2004
Max Weber und seine Kapitalismuskritik
Der Geist des Kapitalismus und die Moderne

Vor 100 Jahren veröffentlichte Max Weber, einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts (1864-1920), seinen ersten Text zur Rolle des Protestantismus bei der Herausbildung des modernen Kapitalismus. Damit legte er einen der einflussreichsten Texten des Selbstverständnisses moderner Gesellschaften vor. Es ging ihm um die Ermittlung der durch den protestantischen Glauben geschaffenen Antriebe, die der kapitalistischen Lebensführung die Richtung wiesen.  

25.10.2004
David Rose: Guantánamo Bay - Amerikas Krieg gegen die Menschenrechte
Ein vernichtendes Urteil über das Gefängnis-Camp Guantánamo Bay

Nach der erwiesenen Folterung von Häftlingen im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad durch US-Militärs wird die amerikanische Regierung jetzt mit konkreten Vorwürfen konfrontiert, dass auch in Guantánamo Bay Häftlinge methodisch misshandelt wurden. Die «New York Times» veröffentlichte erstmals belastende Aussagen mehrerer Personen, die in dem Camp für angebliche «unrechtmäßige Kämpfer» im Dienste Osama bin Ladens gearbeitet haben. Hier wie dort spricht das Pentagon von isolierten Fällen und bestreitet eine Systematik.  

24.09.2004
Handel und Markt sind Grundpfeiler der islamischen Stadt

Handel und Märkte spielten in der islamischen Stadt schon immer eine große Rolle. Schon Mekka war vor der Zeit des Propheten Muhammad, Allah segne ihn und gebe ihm Frieden, ein wichtiger Handels- und Marktort gewesen. Im Zuge der Ausdehnung des islamischen Gebietes entstand ein einziger riesiger Handelsraum, der sich sich von Andalusien bis nach China erstreckte. Die islamischen Städte waren Umschlagplätze des Fernhandels und Anlaufstellen für die entsprechenden Karawanen.  

06.08.2004
Ausnahmezustand. Homer Sacer II. Ein Stillstand des Rechts
Der italienische Philosoph Giorgio Agamben sieht in der Politik des "Ausnahmezustands" eine gängige undemokratische Praxis

Offenbar gibt es trotz aller Menschenrechte und Konventionen Orte auf der Welt, an denen Menschen vorsätzlich, systematisch und folgenlos unmenschlich behandelt werden können. Man kann darin singuläre Vergehen gegen eine Rechtsordnung sehen, die nun im Rahmen dieser Ordnung bestraft werden müssen. Oder aber man könnte mit Agamben nach den Orten fragen, an denen Rechtsordnungen permanent aufgehoben werden, um all das zu suspendieren, was sich der absolut willkürlichen Behandlung von Menschen entgegen stellen mag.  

18.06.2004
Grundrechtsreport 2004
Wesenswandel des modernen Staates: "In die Nähe der Visionen von Orwell".

Am Donnerstag stellte die ehemalige Justizministerin Sabine LEUTHEUSSER-SCHNARRENBERGER den so genannten Grundrechtereport 2004 in Karlsruhe vor. Dabei kritisierte die FDP-Politikerin, dass Deutschland zum "Überwachungsweltmeister" geworden sei. Gerade im Rahmen von Anti-Terrormaßnahmen würden immer mehr bürgerliche Rechte "auf kümmerliche Restbestände" gestutzt, so Leutheusser-Schnarrenberger. Der Report wird von sieben Bürgerrechtsorganisationen, unter anderem der Humanistischen Union und Pro Asyl, herausgegeben.  

08.06.2004
Das Elixier der Glückseligkeit
Al-Ghazâli beschreibt eine Lebensweise "die aus der Gottesliebe erwächst und sich in Nächstenliebe ausdrückt"

Die „Edition Minarett“ kann das Verdienst für sich beanspruchen, mit ihrer Neuveröffentlichung des „Elixiers der Glückseligkeit“ des allgemein hochangesehenen Imam Al-Ghazâli ein zweites bedeutendes Buch dieses großen muslimischen Gelehrten der interessierten Leserschaft in deutscher Sprache eröffnet zu haben.

Al-Ghazâli schrieb das „Elixier“ nach einer zehnjährigen spirituellen Wanderschaft zwischen den Zentren des Wissens Damaskus, Jerusalem, Alexandrien und Mekka.  

25.05.2004
Regionalwährungen als Ergänzung zum herkömmlichen Geld erleben derzeit einen wahren Boom.
Imam Malik: "Geld ist alles, was eine Gemeinschaft für sich als Tauschmittel akzeptiert"

Die Erdbebenkatastrophe von Kobe 1995 war eine Initialzündung. Seit damals breiten sich "Regionalwährungen" in rasender Geschwindigkeit über den krisengeschüttelten Inselstaat aus, Mitte des Vorjahres waren es bereits 600 Systeme. Warum gerade eine Naturkatastrophe diesen Prozess angetrieben hat, ist rasch erklärt: Die ehrenamtlichen Helfer sollten eine gebührende Anerkennung für ihre Tätigkeit erhalten.  

25.04.2004
Die Geburt al-Qaidas aus dem Geist der Moderne
von John Gray

Ist der Terrorismus von al-Qaida ein Angriff auf ein System oder auf westliche Werte ganz generell? In einer brillanten Analyse weist John Gray nach, dass der Mythos der Moderne - der Glaube an Wissenschaft und Technik, freien Markt und Demokratie als Heilsversprechen für die Welt - notwendig den Terrorismus als Zwilling hervor bringt.

Gebundene Ausgabe - 140 Seiten - Kunstmann Erscheinungsdatum: März 2004 ISBN: 3888973554

Preis: EUR 16,90







28.03.2004
Aktuelle Buchempfehlung
Michael Lüders: Im Herzen Arabiens

Stolz und Leidenschaft - Begegnung mit einer zerrissenen Kultur. Lüders entwickelt ein realistisches Bild über Faszination und Problematik, Zerrissenheit und Niedergang der arabischen Welt.

Im Herzen Arabiens Herder Verlag Freiburg Erschienen 2004