01.07.2009
Medienvergleich: Die Operation „Gegossenes Blei“ in islamischen Zeitungen in Deutschland und Großbritannien. Von Rahim Hajji

(iz) Am 27. Dezember 2008 begannen israelische Militärs mit kriegerischen Aktionen gegen aktive Hamas-Mitglieder im Gazastreifen. Die im Militärjargon als Operation „Gegossenes Blei“ bezeichnete israelische Militäroperation ist als Reaktion auf ständigen Raketenbeschuss israelischer Städte durch die Hamas konzipiert und durchgeführt worden. Ziel der Operation war laut israelischer Militärs die Zerstörung der Hamas-Infrastruktur, worunter Polizeistationen, Waffenlager, Moscheen und Wohnhäuser führender Hamas-Funktionären verstanden wurden.  

12.06.2009
Interview: Europäer als "Archäologen der eigentlichen Botschaft"

(iz) Islamische Zeitung: Wir erleben einen Hype wegen der Festnahme eines deutschen Muslims, der offensichtlich einen schweren Terroranschlag vorbereitet hatte. Wie stehen Sie als deutscher Muslim dazu? Gibt es wieder einen neuen deutschen Terrorismus?

Abu Bakr Rieger: Natürlich ist der Umstand, dass ein deutscher Muslim einen Terroranschlag vorbereitet, schockierend. Überraschend ist das nicht. Das Phänomen Terrorismus ergreift offensichtlich Menschen jenseits ihrer ethnischen oder konfessionellen Zugehörigkeit.  

12.06.2009
Verfassungswirklichkeit - einmal anders gesehen

Verfassungswirklichkeit - einmal anders gesehen

"Wo war der Richter, den er nie gesehen hatte? Wo war das hohe Gericht, bis zu dem er nie gekommen war? Vielleicht aber existiert das Gericht gar nicht, jedenfalls nicht als ein von Personen bewusst geführter Prozess mit einer für den Angeklagten einigermaßen transparenten Prozeßordnung" (Franz Kafka; "Der Prozeß")

„In den meisten Verfassungsschutzberichten wird nicht nur über erwiesene Verfassungsfeinde berichtet, sondern auch über solche Organisationen, die von der Verfassungsschutzbehörde lediglich verdächtigt werden, verfassungs  

27.05.2008
Privater Verfassungsschutz

Vor einigen Jahren hat die IZ-Redaktion nach einem Begriff gesucht, der neuartige Prangerwebsites und pseudo-journalistische Arbeit bewertet. Der Begriff, der sich uns aufdrängte, war „Privater Verfassungsschutz“. Diese neue Terminologie hat längst eine Daseinsberechtigung. Das Internet macht heute möglich, dass privat-finanzierte Einrichtungen, die ein bestimmtes politisches oder religiöses Denken bekämpfen wollen, Berichte im Stile und in der Wirkung von Verfassungsschutzberichten veröffentlichen.  

02.09.2007
Akte Internet

Informationen im Internet sollten nach Ansicht eines Medienrechtlers ein Verfallsdatum bekommen. «Ich sehe unsere Gesellschaft bedroht», sagte Viktor Mayer-Schönberger von der US- Universität Harvard in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur im Rahmen des Festivals Ars Electronica in Linz. Das Internet als ewiges und umfassendes Gedächtnis sei ein Problem, das weit über Diskussionen um Datenschutz und Privatsphäre hinaus gehe. Der Wissenschaftler fordert deshalb künftig alle digitalen Daten nur ins Netz zu stellen, wenn sie sich nach einer bestimmten Frist von alleine löschen.  

18.02.2007
Kritik an der Kritik
IZ-Herausgeber Abu Bakr Rieger über eine Broschüre des Stuttgarter Verfassungschutzes

(iz). Seit dem 11. September ist bekannterweise eine kritische Debatte über den Islam in Deutschland angestoßen worden. Die Islamische Zeitung beteiligt sich mit Artikeln, Reportagen und Interviews an dieser Debatte. Natürlich ist auch die IZ selbst im Fokus kritischer Berichterstattung, zumeist allerdings weniger die Inhalte der IZ, als die Personen, die die IZ machen oder der IZ angeblich oder tatsächlich nahe stehen.  

16.11.2005
Debatte: "Spitzeln und bespitzelt werden"
Muslime werden gegenüber dem Journalismus immer mißtrauischer – Was ist Verfolgungswahn, was ist berechtigte Sorge? Von Abu Bakr Rieger

(iz)Großer Krimi. Als bekannt wird, dass der BND in den 90er Jahren einige Journalisten beobachtet hat, ist die Aufregung im deutschen Blätterwald groß. Was war geschehen? Zur Bespitzelung deutscher Journalisten hatte der BND bis 1998 versucht, mit nachrichtendienstlichen Mitteln Informationen über die Arbeit von Journalisten zu erlangen. In den Jahren 1997 und 1998 habe der Auslandsnachrichtendienst mindestens zwei Informanten in der Medienbranche geführt, von denen einer unter anderem über den «Spiegel» berichtet habe. So zumindest berichtete das Hamburger Magazin.  

05.09.2005
"Privater Verfassungsschutz oder Journalismus?"
IZ-Online Interview über die Aspekte der Sicherheitsdebatte und die neue politische Kultur

IZ-Online: Wie bewerten Sie die Sicherheitsdebatte aus muslimischer Sicht?

Rieger: Das Gefährliche an der Debatte ist, dass eine aus vielen Gründen existentiell verunsicherte Bevölkerung auf die politische Doktrin der „Sicherheit“ trifft. Dabei ist klar, dass ein Staat, der absolute Sicherheit gewähren wollte, selbst „Gott“ werden müsste. Vom Bankkonto bis zur Videoüberwachung - Sicherheit ist heute schon einer der effektivsten Vollstreckungstitel für staatliches Handeln.  

25.05.2005
Ideologie auf beiden Seiten

In den letzten sieben Jahren der SPD-Regierung ist für die Muslime relativ wenig zählbares herausgekommen. Das mag an uns Muslimen liegen - aber auch an einer handvoll "Ideologen" auf der anderen Seite. Ein Beispiel ist ein Report der Friedrich-Ebert-Stiftung, verfasst (in bekannt alleiniger, einsamer Regie) von Herrn Dr. Johannes Kandel.

Der einseitige Report ist selbst eine Art Spiegelbild "islamistischer" Ideologie: Auf der einen Seite ist nur gut, wer das Tuch trägt, auf der anderen nur gut, wer es nicht trägt.  

20.04.2005
Demokratischer Positivismus
Ist eine Debatte über die Verfassungswirklichkeit wirklich nur Zeitverschwendung?

"Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“ Wer sagt so etwas? Der Mann ist nicht etwa ein Revolutionär. Franz Müntefering raucht keine teuren Zigarren, mag keine teuren Italiener und ist eigentlich eine eher schlichte Figur. Einer, der am Wochenende seinen alten Kumpels den Niedergang der Gewerkschaften erklären muss. Über zahleiche Parteiämter hat er sich an die Spitze der SPD hinaufgeschuftet.  

04.01.2005
Soll man auf Gerüchte reagieren?

Das ist natürlich eine Grundsatzfrage: Soll man auf Gerüchte reagieren? Oder besser schweigen? Nun ja, ich bin da noch wirklich unentschieden. Selbstredend, wen das eine oder andere Gerücht wirklich interessieren sollte, der kann sich jederzeit mit mir auf einen Kaffee verabreden und vermutlich schnell realisieren, dass die gröbsten Theorien schnell im Kaffeedunst "verduften". Das Internet ist ja heute beinahe eine verfeinerte Stasi-Akte mit allerlei schnell ausgeschiedenem Hausmüll.  

01.10.2004
"Eine Art totaler Angriff"

Es ist interessant, bei genauerem Nachdenken vielleicht auch einfach logisch, dass die Islamische Zeitung eigentlich kaum einmal positive Erwähnung in den Medien findet. Die Zeitung bricht eben immer wieder die einschlägigen Bilder und zeigt die Faszination des Islam in Europa. Darüberhinaus ist es eine der wenigen Foren und Plattformen, in denen unterschiedlichste Charaktere frei zu Wort kommen und ein offenes Gespräch zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen modereriert wird. Hier geht es also um die Freiheit des Denkens.

Das gefällt nicht jedem.  

29.09.2004
Interview: Wiederholung von Stereotypen
Die Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer im Gespräch über die Medien und die Schaffung des Islambildes

(iz)Im Gespräch mit der Erlangener Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer sprach die Islamische Zeitung über die Wahrnehmung des Islam in deutschen Medien.

Islamische Zeitung: Sehr geehrte Frau Schiffer, die Wahrnehmung, die Muslime von den Medien haben, ist recht negativ; sie haben das Gefühl, die Medien sind grundsätzlich negativ gegenüber dem Islam eingestellt. Ist das übertrieben oder entspricht diese Wahrnehmung der Wirklichkeit?

Sabine Schiffer: Also der Verdacht ist natürlich berechtigt.