
04.01.2005
Soll man auf Gerüchte reagieren?
Das ist natürlich eine Grundsatzfrage: Soll man auf Gerüchte reagieren? Oder besser schweigen? Nun ja, ich bin da noch wirklich unentschieden. Selbstredend, wen das eine oder andere Gerücht wirklich interessieren sollte, der kann sich jederzeit mit mir auf einen Kaffee verabreden und vermutlich schnell realisieren, dass die gröbsten Theorien schnell im Kaffeedunst "verduften". Das Internet ist ja heute beinahe eine verfeinerte Stasi-Akte mit allerlei schnell ausgeschiedenem Hausmüll. Besondere Vorsicht empfehle ich bei Beiträgen "privater" VerfassungschützerInnen und Gesinnungsdetektiven, die in Zeiten recht groben Umgangs mit Muslimen sich ein schnelles Taschengeld verdienen. Bis jetzt hat mich der Humor noch nicht ganz verlassen, auch wenn man einige Beiträge über sich mit "Kopfweh" liest und kopfschüttelnd radikal-subjektive Bestimmungen über angebliche Gesinnungen vernimmt. Ziemlich dumpf wird der Unfug, wenn man "Rechter" ist, weil man Heidegger liest, zum "Mossad" gehört, weil man Selbstmordattentate verabscheut, "Linker" ist, weil man den Kapitalismus als nicht segensreich empfindet usw. Ziemlich ätzend ist auch die Unart des Schuldspruches durch wahnwitzige Assoziierungsketten.
Wie auch immer, ich halte es mit einem meiner Lehrer, der einmal gesagt hat: "Die Leute denken, sie treffen mich im Bahnhof- ich sitze aber schon im Zug". Also immer in Bewegung bleiben. Ach ja, eines der Gerüchte trifft mich (wie alle Muslime, die ich kenne) doch: die Bezeichnung "Islamist". Ein - so meine ich - potenzieller Verfolgungsbegriff, der "Mörder und Terroristen", aber auch schlicht "Andersdenkende" über einen Kamm schert. Da bleib ich lieber was ich schlicht und einfach am Liebsten bin: ein einfacher Muslim.
Wenn es ganz wild wird wehre ich mich dann doch. Die Welt musste folgende Gegendarstellung abdrucken:
Gegendarstellung von Abu Bakr Rieger
In der Welt vom 16.12.04, Seite 30 wird unter der Überschrift "Mit Goethe zu Allah" behauptet, das "Online Magazin Sicherheit" zitiere mich mit, die "Welt ist in der Hand einer Finanzoligarchie, an deren Spitze die Juden stehen."
Hierzu stelle ich fest:
Weder wird das Zitat im "Online Magazin Sicherheit" mir zugeschrieben, noch stammt es von mir.
München, den 17.12.04
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